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Heft Nutztierhaltung 2/01
Abdruck in Absprache mit der Redaktion und unter Quellenangabe gestattet

Inhaltsverzeichnis:

• Veranstaltungen . 1
• Von Borell, E.: Editorial: 15. IGN-Tagung "Tierschutz und Nutztierhaltung" (2001) . 3 • EKAH und EKTV (Hrsg.): Die Würde des Tieres (2001) . 4 • Brilling, W.: Rinderzucht im Wandel (2001) . 4 • Tschümperlin, K. et al.: Neuer Markt für Zweinutzungskühe! (2001). 5 • Svensson, C. et al.: Methoden zur Parasitenkontrolle in biologischen und konventionellen Milchkuhbeständen Schwedens (2000). 5 • Faulkner, P.M. & Weary, D.M.: Schmerzreduktion nach der Enthornung von Milchkälbern (2000) . 6 • Hansen, I. et al.: Unterschiede in den Verhaltensreaktionen von Auen gegenüber Raubfeind- ähnlichen Reizen (2001). 7 • Pollard, J.C. et al.: Auswirkungen einer oral verabreichten Dosis von Acetylsalicylsäure (Aspirin) beim Schwanzkürzen auf das Verhalten von Lämmern im Alter von drei bis sechs Wochen (2001) . 7 • McGreevy, P.D. et al.: Erdfressen (Geophagie) bei Pferden: ein Kurzbericht über 13 Fälle (2001). 8 • Bergeron, R. et al.: Fressmotivation und Stereotypien von tragenden Sauen bei steigendem Rohfasergehalt und/oder zunehmender Futtermenge (2000) . 8 • Turner, S.P. et al.: Der Einfluss des Flächenangebots auf Leistung, Aggression und Immunkompetenz von Mastschweinen in Tiefstreuhaltung bei verschiedenen Gruppengrössen (2000). 9 • De Kock, H.L. et al.: Zeitliche Aspekte bezüglich der Wahrnehmung von Skatol und Androstenon, den Hauptkomponenten des Ebergeruchs (2001). 10 • Gutzwiller, A.: Milch, Schotte und Diätfutter in der Ferkelaufzucht (2000) . 9 • Andersson, M. et al.: Auswirkungen der Domestikation auf die Futtersuch-Strategien von Geflügel • Kjaer, J.B. et al.: Divergierende Selektion auf Federpickverhalten bei Legehennen (Gallus gallus domesticus) (2001). 12 • Birrenkott, B.P. et al.: Oberflächliche Anwendung von Knoblauch senkt den Milbenbefall von Legehennen (2000). 12 • Bizeray, D. et al.: Frühes Fortbewegungsverhalten von Küken mit unterschiedlicher genetischer Herkunft und Wachstumsrate (2000) . 13 • König, H. & Fink-Kessler, A.: Mastgeflügelfleisch – Hähnchen und Puten (Eine Untersuchung der Verbraucherzentralen) (2001) . 13 • Ubilla, E. et al.: Auswirkungen einer Trennung zwischen Zibbe und Wurf auf Endokrinologie und Produktivität bei säugenden Kaninchen (2000) . 14 1.- 4.9.2001.
6. WPSA Symposium zum Thema:
"Poultry Welfare" (Housing, Health, Feeding, Featherpecking & Cannibalism).
Veranstalter:
World's Poultry Science Association (WPSA).
Tagungsort: Inforama Rütti, Zollikofen (Schweiz).
Auskünfte: Nähere Informationen unter http://www.admin.ch/bvet/wspa.html.
Anmeldung und Organisation:Christa Wyss, WSPA-Symposium 2001, Burgerweg 22, CH-3052
Zollikofen, Tel. +41 (0)31 915 35 13, Fax +41 (0)31 915 35 14, E-Mail:
Christa.WyssSchneider@bvet.admin.ch
Wissenschaftliche Inhalte: Dr. Hans Oester, Burgerweg 22, CH-3052 Zollikofen, Tel. +41 (0)31 915 35
15, Fax +41 (0)31 915 35 14, E-Mail: hans.oester@bvet.admin.ch
4.-6. Oktober 2001.
15. IGN-Tagung zum Thema:
"Tierschutz und Nutztierhaltung"
(Beurteilung von Haltungskonzepten, Mensch-Tier Beziehung,
rechtliche und ethische Probleme des Tierschutzes).
Veranstalter:
IGN in Zusammenarbeit mit dem Institut für Tierzucht und Tierhaltung mit Tierklinik der Martin-Luther-
Universität Halle-Wittenberg
Tagungsort: Halle-Kröllwitz (Saale).
Auskünfte: Nähere Informationen und Call for Papers unter http://www.IGN-Tagung.de
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Landwirtschaftliche Fakultät, Institut für Tierzucht und
Tierhaltung mit Tierklinik, Adam-Kuckhoff-Strasse 35, D-06108 Halle. Tel. +49 (0)345-55 22 332, Fax
+49 (0)345-55 27 106, E-Mail: IGN2001@IGN-Tagung.de
Editorial: 15. IGN-Tagung "Tierschutz und
Nutztierhaltung"

Prof. E. von Borell, Institut für Tierzucht und Tierhaltung mit Tierklinik, Martin-Luther-UniversitätHalle-Wittenberg, Adam-Kuckhoff-Str. 35, D-06108 Halle.
Die 15. Tagung der IGN wird vom 4. bis 6. Oktober 2001 unter der Thematik "Tierschutz undNutztierhaltung" gemeinsam durch die IGN und das Institut für Tierzucht und Tierhaltung mit Tierklinikder Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in Halle-Kröllwitz (Saale) veranstaltet. Dieausgewählten Referate und Poster stellen aktuelle Untersuchungen zu den folgenden Schwerpunkten vor: • Beurteilung der Tiergerechtheit von Haltungskonzepten für Nutztiere auf der Basis tierbezogener • Mensch-Tier-Beziehung in der Nutztierhaltung, • rechtliche und ethische Probleme des Tierschutzes in der Nutztierhaltung.
Diese Schwerpunkte gliedern sich in die allgemeine Gesamtzielsetzung der neuen Tierschutzpolitik zurTierhaltung ein, die u.a. eine für alle Tierhalter bzw. Personen, die in der Tierhaltung beschäftigt sind,einen Befähigungsnachweis verlangt und außerdem eine konsequente Umsetzung des Tierschutzgesetzessowie der Haltungsvorschriften für Nutztiere fordert. In der Bundesrepublik befinden sich zurzeit neueVerordnungen für die Haltung von Legehennen und Schweinen (EU-Richtlinienentwurf) inVorbereitung. In diesem Zusammenhang sind insbesondere neuere Erkenntnisse zur alternativenLegehennenhaltung und zur Gruppenhaltung von Sauen gefragt. Weiterhin werden vor dem Hintergrundneuerer Entwicklungen zur Verbesserung der Bodenqualität Aspekte des Tierkomforts und der Hygienediskutiert. Da nicht für alle Nutztiere und Nutzungsformen spezifische Haltungsverordnungen existieren,gilt es für die neueren Entwicklungen entsprechende Empfehlungen zu erarbeiten. In diesemZusammenhang möchte ich nur auf die tierschützerische Beurteilung automatischer Melksysteme bei derHaltung von Milchrindern hinweisen.
Die Auswirkungen der aktuellen Fleischkrise haben sowohl beim Verbraucher als auch in derAdministration und Wissenschaft eine generelle ethische Diskussion über das Verhältnis Mensch-Nutztier und vor allem über die Haltungsbedingungen der Nutztiere entfacht. Nach wie vor besteht derBedarf nach einem objektiven Bewertungssystem für die Tiergerechtheit von Haltungsbedingungen undManagementmaßnahmen. Deshalb sind vermehrt wissenschaftlich fundierte Methoden zur Beurteilungvon Tierhaltungssystemen als Grundlage für politische Entscheidungen gefragt. Gegenwärtig existierenmehrere Konzepte, die auf unterschiedlichen Ideen beruhen. Diese Ansätze sind zwar generell geeignet,um ein Haltungssystem zu beurteilen, weisen aber dennoch verschiedene Mängel und Nachteile auf.
Die diesjährige IGN-Tagung sollte maßgeblich mit neuen Denkansätzen und Lösungswegen zurtiergerechten Haltung von Nutztieren beitragen. Die Manuskripte der 21 Referate und 14 Poster werdenzur Tagung in einem Tagungsband mit entsprechender Verbreitung (ISBN-Nr.) veröffentlicht.
Wir bitten sowohl alle Mitglieder der IGN als auch andere Interessierte um rege Teilnahme undinteressante Diskussionsbeiträge. Am 6. Oktober bieten wir eine Exkursion zu den ÖkologischenStadtgütern der Stadt Leipzig an.
Alle Informationen zur Tagung können der WEB-Seite www.ign-tagung.de entnommen werden, dieständig aktualisiert wird.
Die Würde des Tieres

EKAH und EKTV (Hrsg.): Broschüre A4, 11 Seiten, gratis (2001). Bezug: EKAH, c/o Bundesamt für
Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL), CH-3003 Bern; Tel. 0041-(0)31/ 323 83 83, Fax: 0041-(0)31/
324 79 78, E-Mail: ekah@buwal.admin.ch, Internet: www.ekah.ch
Diese in drei Sprachen (deutsch, französisch, italienisch) erhältliche Broschüre wurde von der
Eidgenössischen Ethikkommission im ausserhumanen Bereich in Zusammenarbeit mit der
Eidgenössischen Kommission für Tierversuche (EKTV) erstellt. Die Publikation soll einen Beitrag zur
öffentlichen Diskussion über das Verhältnis zwischen Mensch und Tier leisten. Im Zentrum stehen
Anregungen zu einem ethisch vertretbaren Umgang mit Tieren. Es werden konkrete Vorschläge
präsentiert, wie der Begriff "Würde der Kreatur", der seit 1992 in der Schweizerischen
Bundesverfassung steht, im Tierschutzgesetz konkretisiert werden könnte.
In Übereinstimmung mit der internationalen Diskussion beziehen die zwei Ethikkommissionen die
Würde der Kreatur auf den Eigenwert des Tieres. Sie schlagen vor, die Beeinträchtigung der Würde nach
drei Aspekten zu systematisieren: Eingriff ins Erscheinungsbild, Erniedrigung oder übermässige
Instrumentalisierung.
In der praktischen Anwendung bedeutet der Rechtsbegriff "Würde der Kreatur" eine Güterabwägung
zwischen den Interessen des Tieres und jenen des Menschen. Das Ergebnis entscheidet darüber, ob sich
ein bestimmter Eingriff in die Würde rechtfertigen lässt oder nicht. Dies betrifft sämtliche Tierversuche
oder züchterischen Eingriffe zur Leistungssteigerung bzw. äusseren Veränderung des Tieres -
"Qualzuchten" sind auszuscheiden. Hochaktuell ist die Frage, ob gentechnologische Eingriffe vertretbar
sind. Die in der Schweiz vorgeschriebene Bewilligungspflicht hängt ebenfalls vom Resultat der
Güterabwägung ab. Alternativlosigkeit oder Existenznotwendigkeit gelten als akzeptable Gründe seitens
des Menschen.
Die beiden Ethikkommissionen sind sich einig, dass die Tiere ein Anrecht auf ein unversehrtes Dasein
haben und ihre Instrumentalisierung auf ein Minimum zu reduzieren ist. Für gentechnische
Veränderungen an Heim-, Hobby- und Sporttieren soll ebenso wie für Eingriffe zur Steigerung der
Produktion von Luxusgütern ein generelles Verbot gelten.
Rinderzucht im Wandel

Brilling, W.: Der Goldene Pflug 12, 21-29 (2001). Bezug: Deutsches Landwirtschafts-Museum,
Garbenstrasse 9 + 9A, D-70599 Stuttgart.
Seit der Mensch Nutztiere hält, hat er stets die besten für die Weiterzucht selektiert. Eine planmässige
Züchtung des Rindviehs begann aber erst Mitte des 19. Jahrhunderts mit der Industrialisierung. Die
Nutzung von Ochsen als Zugtiere verlor nach der Erfindung der Eisenbahn und der Befestigung der
Strassen rasch an Bedeutung. Umso mehr Gewicht erhielt die Rindviehhaltung zur Deckung des Milch-
und Fleischbedarfs.
Die ersten Zuchtvereine entstanden um 1880 in Gebieten mit vorwiegend Grünland (Norddeutschland,
Holland). Die überregionale Verpflichtung zur Erbreinheit der Vatertiere ermöglichte die Herausbildung
einzelner Rassen wie Schwarzbunte, Rotbunte und Braunvieh. Andere, damals noch häufig vertretene
Rassen wurden zwar züchterisch auch vereinheitlicht, unterlagen aber im schärfer werdenden
Konkurrenzkampf (Vorder- und Hinterwälder, Limpurger, Pinzgauer).
Die Zuchtziele der Vereine waren zuerst äusserliche Kriterien (Gewicht, Körperbau, gesunde
Gliedmassen, korrektes Euter), die aber bald durch Leistungsparameter ergänzt wurden. Bis heute bildet
die Milchleistung ein grundlegendes Selektionskriterium sowohl für reine Milchrassen als auch für
Zweinutzungsrassen (Milch + Fleisch). Seit dem zweiten Weltkrieg zählen auch Eiweiss- und Fettgehalt
zu den Kriterien. Dank der planmässigen Zucht liessen sich zudem Erbkrankheiten ausmerzen.
Mit dem Wachsen der Viehmärkte im 20. Jh. gewann die Rindviehzucht an wirtschaftlicher Bedeutung.
Die Versteigerung von Tieren bildet bis heute eine wichtige Einnahmequelle der Zuchtverbände. Die
Verarbeitung riesiger Datenmengen dank Computern, die Tiefkühlung von Sperma und die künstlicheBesamung (Erfolgsquoten über 90%) ermöglichten in kurzer Zeit grosse Zuchtfortschritte.
Jahresleistungen von mehr als 10'000 l Milch sind heute keine Seltenheit mehr.
Schattenseiten der Hochleistungszucht sind vermehrt Fruchtbarkeits- und Gesundheitsprobleme. Ein"Gesamtzuchtwert", der neben der Milchmenge auch Eigenschaften wie Exterieur und Nutzungsdauerumfasst, soll Abhilfe schaffen. Mit der Globalisierung wird sich der internationale Austausch in derRinderzucht künftig verstärken. Neue Technologien wie Embryotransfer oder Klonen werden trotzethischer Bedenken kaum aufzuhalten sein.
Neuer Markt für Zweinutzungskühe!

Tschümperlin, K., Erdin, D., Leuenberger, H. & Künzi, N.: Agrarforschung 8 (4), 168-173 (2001)
Im Grasland Schweiz gewinnt die Mutterkuhhaltung zunehmend an Bedeutung, wobei mehrheitlich die
kleinwüchsigen, muskulösen Anguskühe eingesetzt werden. Um die Frage zu klären, ob die schweizweit
verbreitete Simmentaler Zweinutzungskuh eine Alternative zur reinen Fleischrassengenetik darzustellen
vermag, wurde die Produktionseffizienz der mittelgrossen Simmentalerkühe mit jener der fleischbetonten
Angustiere verglichen.
Die zwei Vergleichsherden (Angus vs. Simmentaler) umfassten je 24 Kühe, die alle mit Angusstieren
belegt wurden und je zur Hälfte im Frühjahr bzw. Winter abkalbten. Die insgesamt 80 Kälber
verbrachten den Sommer auf der Alpweide und den Winter im Tal, wo sie Heu und wenig Gerste
erhielten. Das Futter der Kühe bestand aus einer Mischration mit 5 MJ NEL (Stroh, Heu, Grassilage).
Alle zwei Wochen wurde das Gewicht der Tiere registriert. Die Kälber wurden bei Erreichen des
optimalen Ausmastgrades direkt von der Kuh weg geschlachtet.
In den Wochen 33-43 verzehrten die Simmentalerkühe 2 kg Trockensubstanz pro Tag mehr als die
Anguskühe. Die Kreuzungskälber Angus x Simmentaler wiesen höhere Gewichtszunahmen auf als die
reinrassigen Anguskälber. Unabhängig von der Rasse waren bei weiblichen Kälbern und solchen von
erstlaktierenden Kühen die Tageszunahmen am geringsten. Der Fleischanteil und der Anteil wertvoller
Fleischstücke lag bei den Kreuzungskälbern höher als bei den Anguskälbern.
Die Studie zeigt, dass im untersuchten Mutterkuhsystem der Zweinutzungskuhtyp dem spezialisierten
Fleischtyp überlegen ist. Die höheren Fleischerträge der Kreuzungskälber sind hauptsächlich auf die
höhere Milchleistung der Simmentaler Kühe zurückzuführen.
Methoden zur Parasitenkontrolle in biologischen und
konventionellen Milchkuhbeständen Schwedens

Parasite control methods in organic and conventional dairy herds in Sweden
Svensson, C., Hessle, A. & Höglund, J.: Livestock Production Science 66, 57-69 (2000)
Weltweit eines der grössten Gesundheitsprobleme bei Kälbern in der ersten Weideperiode ist die
Belastung mit Darmparasiten, meist Nematoden. Junge Kälber sind aufgrund des noch schwachen
Immunsystems besonders anfällig für die Erreger. Umso wichtiger sind Massnahmen zur
Parasitenkontrolle. Die Studie vergleicht die Methoden konventioneller mit denjenigen biologischer
Betriebe (Chemoprophylaxe verboten).
An einer Umfrage im Februar 1997 beteiligten sich 115 konventionell und 135 biologisch wirtschaftendeMilchviehhalter. Der Formular umfasste 26 Fragen: 19 in Form von "multiple choice" und sieben fürnähere Angaben zu Haltung, Management, Tiergesundheit und Parasitenkontrolle.
58 % der herkömmlichen Betriebe berichteten, ihre Tiere durch Chemoprophylaxe vor Parasitenbefall zuschützen. In der biologischen Produktion wurden am häufigsten zwei Methoden kombiniert:Weidemanagement und Ergänzungsfütterung (Kraftfutter zusätzlich zum Gras). Die wichtigsteMassnahme gegen Verwurmung war, die Kälber nur auf Weiden zu lassen, die in der laufenden odervergangenen Saison nicht von Rindvieh bestossen worden waren. Diese Methode wurde ebenso wie dasalternierende Beweiden durch andere Nutztierarten von Bio-Betrieben signifikant häufiger angewendetals von konventionellen.
Durchfälle und verminderte Gewichtszunahmen bei erstmals weidenden Kälbern wurden vonBiobetrieben öfter berichtet als von herkömmlichen. Diese Einbrüche sind vermutlich auf Wurmbefallzurückzuführen. Trotz des offensichtlich grösseren Bewusstseins, wie wichtig die verschiedenenMassnahmen zur Parasitenkontrolle sind, scheinen Bio-Betriebe mehr Probleme mit Infektionen zuhaben. Es bleibt aber dahingestellt, ob dies eine Folge des Verzichts auf Chemoprophylaktika oder dergenaueren Tierbeobachtung ist.
Schmerzreduktion nach der Enthornung von Milchkälbern

Reducing pain after dehorning in dairy calves
Faulkner, P.M. & Weary, D.M.: J. Dairy Sci. 83, 2037-2041 (2000)
Junge Kälber werden normalerweise enthornt, um das Verletzungsrisiko für Mensch und Artgenossen zu
vermindern. Diverse physiologische und ethologische Studien belegen, dass dieser Eingriff grosse
Schmerzen verursacht, die stundenlang andauern. Das Ziel der vorliegenden Untersuchung war, das
nicht-steroidale entzündungshemmende Medikament Ketoprofen hinsichtlich seiner
schmerzreduzierenden Wirkung nach der Enthornung zu prüfen.
20 Holstein Kälber (4-8 Wochen alt) wurden zuerst "schein-enthornt" und zwei Tage später unter
Anwendung eines Beruhigungsmittels (Xylazin) und lokaler Betäubung (Lidocain) wirklich enthornt. Die
Hälfte der Tiere erhielt 2 Std. vor dem Eingriff sowie 2 und 7 Std. danach zusätzlich Ketoprofen (K) mit
der Milch. Im Gegensatz dazu wurden die Kontrolltiere mit reiner Milch getränkt. Nach dem Ausbrennen
der Hornansätze (Brennapparat) wurde das Verhalten der Kälber während 24 Std. beobachtet (8 x 20
Min.).
Die mit Ketoprofen behandelten Kälber zeigten signifikant weniger Kopfschütteln und Ohrenzucken als
die Kontrolltiere. Dieselben Unterschiede waren auch 12 und 24 Std. später noch deutlich feststellbar.
Der "Peak" erfolgte in beiden Versuchsgruppen 6 Std. nach dem Eingriff. Die K-Kälber zeigten
gegenüber den Kontrolltieren auch weniger Kopfreiben und eine leicht höhere Gewichtszunahme in den
ersten 24 Std. nach dem Eingriff.
Die Tatsache, dass die drei erwiesenermassen bei Schmerz geäusserten Verhalten Kopfschütteln,
Ohrenzucken und Kopfreiben von den Kontrolltieren deutlich öfter gezeigt wurden als von den
behandelten Kälbern, belegt die Wirksamkeit von Ketoprofen. Die Autoren empfehlen daher, bei
Unvermeidbarkeit des Eingriffs eine Kombination von 1) Sedativum, 2) lokaler Anästhesie und 3) nicht-
steroidale entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ketoprofen oder analoge Stoffe, um den Schmerz
der jungen Kälber wirksam zu mindern.
Unterschiede in den Verhaltensreaktionen von Auen
gegenüber Raubfeind-ähnlichen Reizen

Variation in behavioural responses of ewes towards predator-related stimuli
Hansen, I., Christiansen, F., Hansen, H.S., Braastad, B. & Bakken, M.: Appl. Anim. Behav. Sci. 70, 227-
237 (2001)
Oft wird behauptet, das Feindvermeidungsverhalten von Schafen sei im Laufe der Domestikation und
Zucht auf höhere Leistung beeinträchtigt worden. Diese Frage sollte in der norwegischen Studie geklärt
werden. Die Ergebnisse sind von internationaler Bedeutung, weil europaweit Versuche zur Rettung oder
Wiederansiedlung von ursprünglich heimischen Prädatoren im Gange sind.
Es wurden 32 Gruppen zu je sechs Auen (2-5 Jahre alt, alle mit Zwillingslämmern) untersucht: Eine
urtümliche, leichte Rasse Norwegens (L), zwei mittelschwere Rassen (M) und drei auf hohe
Fleischleistung gezüchtete, schwere Rassen (S). Entlang eines Seils, das sich quer über die Versuchweide
(25 x 60 m) spannte, wurden auf einem Karren in zufälliger Reihenfolge sieben verschiedene
"Raubfeind-Attrappen" gezogen: Der leere Karren (Kontrolle), ein Mensch mit Umhang, ein Plastikball
mit Augen und Mund ("Blindreize") sowie ein ausgestopfter Luchs, Vielfrass und Bär sowie dieselbe
Person mit einem Hund an der Leine ("Räuberreize").
Die L-Rasse zeigte die längste "Erholungszeit" (wieder Normalverhalten statt erhöhte Aufmerksamkeit)
nach der Reizpräsentation, die weiteste Fluchtdistanz und das engste "Herdenverhalten" (Abstände < 2
m). Zwischen den Gewichtsklassen der Schafrassen und den Erholungszeiten sowie den Fluchtdistanzen
wurde eine signifikant negative Beziehung festgestellt Die "Räuberreize" verursachten längere
Erholungszeiten und Fluchtdistanzen als die "Blindreize".
Die Ergebnisse bestätigen, dass alle sechs Schafrassen fähig sind, zwischen Raubfeind-ähnlichen und
"ungefährlichen" Reizen zu unterscheiden. Zudem wird die Hypothese unterstützt, dass leichte
Schafrassen ausgeprägteres Feindvermeidungsverhalten zeigen als schwerere, hochgezüchtete
Schafrassen. Allerdings sind weitere Abklärungen nötig, bevor diese Rassen für abgelegene Gebiete mit
hohem Prädatorenrisiko empfohlen werden, weil nicht nur die Tierverluste, sondern auch die Leistung
der Tiere wirtschaftlich von Bedeutung sind.
Auswirkungen einer oral verabreichten Dosis von
Acetylsalicylsäure (Aspirin) beim Schwanzkürzen auf das
Verhalten von Lämmern im Alter von drei bis sechs Wochen

Effects of an oral dose of acetyl salicylate at tail docking on the behaviour of lambs aged three to six
weeks
Pollard, J.C., Roos, V. & Littlejohn, R.P.: Appl. Anim. Behav. Sci. 71, 29-42 (2001)
Aus hygienischen Gründen und als Prophylaxe vor Fleischmadenbefall werden weltweit Lämmer kupiert.
Das Kürzen des Schwanzes ist tierschützerisch bedenklich, weil es Schmerzen und Stress verursacht. Die
vorliegende Studie bezweckte, eine praktikable, rationelle und kostengünstige Methode zur
Schmerzlinderung bei der Anwendung von Gummiringen zu finden.
In einem Pilotversuch zeigten fünf Lämmer mit Aspirin (RA) gegenüber vier Kontrolltieren nach dem
Gummiring-Einsatz weniger Positionswechsel. Im Hauptversuch wurden 56 Lämmer auf vier Arten
mittels Gummiring kupiert: 1) Ring + 26mg Aspirin/kg Körpergewicht (RA), 2) Ring + Wasser (R), 3)
Kontrolle (nur Handling) mit Aspirin (KA), Kontrolle mit Wasser (K). Das Aspirin wurde in Wasser
aufgelöst und direkt vor der Gummiring-Applikation oral verabreicht. Eine Videokamera registrierte das
Verhalten der Lämmer in der ersten Stunde nach dem Eingriff.
Der Gummiring führte unabhängig von der Behandlung (RA, R) bei drei Vierteln der 52 registriertenPositionen und Verhaltensweisen zu markanten Änderungen. Die ersten Unterschiede traten bereits nach5 Min. in Erscheinung. Auch eine Stunde später zeigten die kupierten Lämmer noch oft "abnormale"Verhalten, die für den Eingriff typisch sind: Kopfschütteln, aufspringen, abliegen und Beine wegstreckensowie weniger fressen. Die RA-Lämmer äusserten die selben Verhaltensänderungen wie dieKontrolltiere.
Trotz der Ergebnisse des Pilotversuchs deutet nichts darauf hin, dass Aspirin die Lämmer unempfindlichmachen würde. Entweder war die Dosis zu gering oder Aspirin ist in dieser Hinsicht nicht wirksam. Diedeutlichen Anzeichen für Schmerz, die sofort und anhaltend nach der Gummiring-Applikation auftraten,sprechen für einen gänzlichen Verzicht auf den Eingriff.
Erdfressen (Geophagie) bei Pferden: ein Kurzbericht über
13 Fälle

Geophagia in horses: a short note on 13 cases
McGreevy, P.D., Hawson, L.A., Habermann, T.C. & Cattle, S.R.: Appl. Anim. Behav. Sci. 71, 119-125
(2001)
Das Fressen von Erde ist sowohl von Wildpferden als auch von domestizierten Pferden überliefert.
Normalerweise wird es als Zeichen für Nährstoffdefizit oder Langeweile interpretiert. Für die erste
Hypothese spricht die Tatsache, dass Geophagie meist beim Weiden nach der Wintereinstallung auftritt.
Das Verhalten ist von Interesse, weil die übermässige Aufnahme von Erde den Magen-Darm-Trakt reizen
könnte. In dieser Studie wurden Bodenproben analysiert mit dem Ziel, die von den Pferden
nachgesuchten Stoffe zu identifizieren.
In vier australischen Pferdemagazinen wurde nach Geophagie gefragt. Nach einem Telefoninterview
wurden von den 35 gemeldeten Fällen 13 Pferde (verschieden in Rasse, Geschlecht und Alter) für die
Studie ausgewählt. Die Tierhalter schickten je zwei Bodenproben ein: 1) vom Ort, wo Geophagie
beobachtet worden war, 2) von einer 5 m entfernten Stelle.
Die Bodenproben der 13 verschiedenen Weiden variierten stark in Zusammensetzung, elektrischer
Leitfähigkeit und pH. Die gepaarten Stichproben hingegen unterschieden sich in diesen Parametern
ebenso wenig wie im Gehalt an austauschbaren Kationen, Gesamtphosphor oder Zink. Doch die zum
Fressen von Erde aufgesuchten Orte wiesen signifikant höhere Anteile an Eisen und Kupfer auf als die
Vergleichsorte, an denen keine Geophagie beobachtet worden war.
Das Fehlen von physikalischen Unterschieden lässt eine therapeutische Wirkung der aufgenommenen
Erde unwahrscheinlich erscheinen. Da sich die gepaarten Stichproben auch chemisch nur im Eisen- und
Kupfergehalt unterschieden, sind diese Elemente vermutlich die Auslösefaktoren für Geophagie. Ob die
Wahrnehmung der Bodenelemente durch den Geruchssinn erfolgt, bleibt ebenso noch zu klären wie die
genaueren Ursachen für dieses Verhalten.
Fressmotivation und Stereotypien von tragenden Sauen bei
steigendem Rohfasergehalt und/oder zunehmender
Futtermenge

Feeding motivation and stereotypies in pregnant sows fed increasing levels of fibre and/or food
Bergeron, R., Bolduc, J., Ramonet, Y., Meunier-Salaün, M.C. & Robert, S.: Appl. Anim. Behav. Sci. 70,27-40 (2000) Tragenden Sauen wird üblicherweise hoch konzentriertes Futter in begrenzter Menge verabreicht. DieTiere zeigen daher besonders nach der Fütterung eine erhöhte Motivation für Futteraufnahme undvermehrt Stereotypien. Ballaststoffe schaffen Abhilfe, indem sie die Futteraufnahmezeit verlängern undden Sättigungseffekt steigern. Mit dieser Studie sollte das Wissen über die Wirkung von rohfaserreichemFutter auf die Fressmotivation und das Verhalten von tragenden Sauen vertieft werden.
Der Versuch umfasste 21 Sauen in der fünften Trächtigkeit (7. bis 90. Tag). Jedes Tier wurde während je21 Tagen nach vier Methoden gefüttert: A) sehr hoher Rohfaseranteil, B) hoher Rohfaseranteil, C)Kontrolle (handelsübliches Alleinfutter), D) gleiches Standardfutter, aber ad libitum. Ausser bei D wardie tägliche Nährstoffaufnahme gleich. Die Sauen wurden am Ende jeder Fütterungsperiode direkt unddurch Videoaufzeichnungen beobachtet sowie einem Verhaltenstest unterzogen (operanteKonditionierung: Futtergabe auf Knopfdruck).
Wie erwartet verbrachten die Sauen bei Fütterungsmethode A und D mehr Zeit mit der Futteraufnahmeals bei B und C. In der restlichen Zeit traten in der Variante A deutlich weniger Stereotypien auf als inder Kontrollsituation, und bei ad libitum-Fütterung (D) signifikant weniger als bei allen anderenFütterungsarten. Bei A und D ruhten die Tiere signifikant mehr als in den Vergleichssituationen. ImVerhaltenstest erarbeiteten sich die D-Sauen deutlich weniger Futter-Belohnungen als die anderen Tiere.
Die fehlenden Unterschiede im Konditionierungstest zwischen A, B und der Kontrolle C zeigen, dass dierohfaserreiche Fütterung die Motivation für Futteraufnahme nicht zu reduzieren vermag. Durch einensehr hohen Ballaststoffgehalt lassen sich aber offensichtlich die Stereotypien und die Unruhe in der Zeitnach der Fütterung senken.
Am wirksamsten in dieser Hinsicht wäre sicher eine ad libitum-Fütterung. Allerdings müsste Rauhfutterstatt Kraftfutter geboten werden, damit die Sauen nicht verfetten (Anmerkung der Redaktion). Der Einfluss des Flächenangebots auf Leistung, Aggression
und Immunkompetenz von Mastschweinen in
Tiefstreuhaltung bei verschiedenen Gruppengrössen

The effect of space allowance on performance, aggression and immune competence of growing pigs
housed on straw deep-litter at different group sizes
Turner, S.P., Ewen, M., Rooke, J.A. & Edwards, S.A.: Livestock Production Science 66, 47-55 (2000)
Gesetzliche Vorschriften über das minimale Flächenangebot für Mastschweine basieren meist auf
Studien in intensiven Haltungssystemen mit wenig oder gar keiner Einstreu. Es wurde nie untersucht, ob
die gleichen Vorgaben auch für Tiefstreuhaltung gelten können. Die vorliegende Arbeit bezweckte, diese
Frage zu klären.
In einem 2x2-Faktoren Design mit vier Wiederholungen wurden Mastschweine während sechs Wochen
in grossen bzw. kleinen Gruppen (80 vs. 20 Tiere) und bei hohem bzw. geringem Flächenangebot (50 vs.
32 kg/m2) auf Tiefstreu gehalten. Der Tierbesatz blieb konstant, weil die Buchtenfläche wöchentlich
anhand des Durchschnittsgewichts der Gruppe angepasst wurde. An je 15 Fokustieren wurden das
Verhalten (aktiv/passiv) und die Zahl der Hautverletzungen erhoben. Im Alter von 2, 4 und 6 Wochen
wurden sechs Tiere einem Immunkompetenz-Test unterzogen.
Bezüglich der Aktivität unterschieden sich die Versuchsgruppen nicht. In Buchten mit 80 Schweinen lag
die durchschnittliche Tageszunahme tiefer als in jenen mit 20 Tieren. Bei kleinem Flächenangebot war
die Zahl der Hautverletzungen deutlich erhöht. Zudem wurde eine reduzierte Antikörperbildung im
Immuntest festgestellt.
Es liess sich kein Zusammenhang zwischen Flächenangebot und Gruppengrösse nachweisen. Dies
bedeutet, dass die Minimalvorschriften für Tiefstreuhaltung nicht nach Tierzahl differenziert werden
müssen. Wie die Ergebnisse zeigen, kann sowohl eine grosse Gruppe als auch ein geringesFlächenangebot das Wohlbefinden der Tiere beeinträchtigen.
Zeitliche Aspekte bezüglich der Wahrnehmung von Skatol
und Androstenon, den Hauptkomponenten des Ebergeruchs

Temporal aspects related to the perception of skatole and androstenone, the major boar odour compounds
De Kock, H.L., Heinze, P.H., Potgieter, C.M., Dijksterhuis, G.B. & Minnaar, A.: Meat Science 57, 61-70
(2001)
Das Fleisch von Ebern kann im Verlauf der Pubertät einen unangenehmen Geruch entwickeln, der beim
Erhitzen besonders deutlich wird. In den meisten Ländern werden daher die männlichen Ferkel kurz nach
der Geburt kastriert. Es ist bekannt, dass v.a. die Hormone Androstenon und Skatol für den Ebergeruch
verantwortlich sind. Genetisch bedingt, können nicht alle Menschen diese Stoffe riechen. Das Ziel der
Studie bestand darin, die Wahrnehmung des Ebergeruchs während Erhitzung und Abkühlung zu
beschreiben.
Von 50 geschlachteten Ebern (57-94 kg schwer) wurde je eine Fettprobe auf Androstenon- und Skatol-
gehalt analysiert und als gering, mittel oder stark riechend eingestuft. 10 geeignete Testpersonen wurden
in der Wahrnehmung und Beschreibung der Geruchskomponenten geschult. Sie bewerteten den Skatol-,
Androstenon- und Schweinefettgeruch jeder Probe gemäss einer 10-Punkte-Skala nach dem Erhitzen auf
65 °C sowie nach 10-minütiger Abkühlung auf 25 °C.
Nach der Erhitzung konnten die Testpersonen die gering und stark riechenden Proben sofort und
eindeutig identifizieren. Im kalten Zustand waren die Unterschiede zwischen den Proben nicht mehr klar
erkennbar. Mit der Abkühlung sank der Ebergeruch und jener nach Schweinefett nahm zu. Bei heissen
Proben wurden beide Hormone wahrgenommen, bei kalten Proben überwog der relative Anteil des
Androstenons. Das flüchtigere Skatol war vor dem Androstenon wahrnehmbar, dafür hielt der Geruch
des lipophilen Androstenons länger an. Die Testpersonen zeigten mit der Anzahl Riechproben eine
gewisse Adaptation (nachlassende Sensitivität), doch grundsätzlich wurden beide Hormone einzeln oder
kombiniert als negativ empfunden.
Die Resultate bestätigen, dass Ebergeruch unabhängig vom Verhältnis der einzelnen Komponenten
primär aufgrund der An- oder Abwesenheit von Skatol und/oder Androstenon beurteilt wird. Je nach
Verflüchtigungseigenschaften der Komponenten, Temperaturzustand des Fleisches und Zeitpunkt der
Wahrnehmung ist die menschliche Reaktion auf Ebergeruch somit unterschiedlich.
Milch, Schotte und Diätfutter in der Ferkelaufzucht

Gutzwiller, A.: Agrarforschung 7(10), 460-465 (2000)
Frisch abgesetzte Ferkel sind sehr anfällig für Darmerkrankungen: Besonders häufig treten durch das
Bakterium E. coli verursachter Durchfall und Ödemkrankheit auf. Wird nur wenig Futter verabreicht,
entstehen weniger Gesundheitsprobleme, doch führt dies zu einer vorübergehenden Verkümmerung der
Darmschleimhaut und damit zu einer Beeinträchtigung der Nährstoffaufnahme. In dieser Studie wurde
der Einfluss spezieller Futterzusätze auf die Verdauungsstörungen untersucht.
Die Kontrolltiere erhielten nach dem Absetzen nur trockenes Standardfutter ad libitum. Im Versuch 1
wurden zusätzlich entweder 5 l (Kuh-)Milch, 5 l Schotte oder 1 kg Brei (Trockenfutter + Wasser) pro
Tier und Tag verabreicht. Im Versuch 2 kam ein rohfaserreiches Diätfutter zum Einsatz – trocken oder
mit 3.5 l Milch pro Tier und Tag. Die Gewichts- und Gesundheitsentwicklung aller Ferkel wurde fünfWochen lang aufgezeichnet.
In den ersten Tagen nach dem Absetzen nahmen die Jungtiere fast kein Trockenfutter auf. Durch dieZufütterung von Milch oder Schotte liess sich die Nährstoffversorgung der Ferkel in dieser heiklen Zeitdeutlich verbessern. Vor Ende der zweiten Woche brach der Futterverzehr wegen Durchfällen in allenVerfahren ein. Doch in der Sterblichkeit traten klare Unterschiede zutage: Von den 160 Ferkeln beiderVersuche mit Milch oder Schotte starben nur 3 % der Tiere an E. coli-Infektionen gegenüber 11 % derFerkel in den Verfahren mit nur Trockenfutter.
Die Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass Milchprodukte dem Verdauungsvermögen der Ferkel nachdem Absetzen von der Sauenmilch besser angepasst sind als vorwiegend pflanzliches Trockenfutter.
Obwohl die Zufütterung der Milchprodukte keine Leistungssteigerung erbrachte, ist diese Massnahmezur Senkung der Jungensterblichkeit zu empfehlen.
Auswirkungen der Domestikation auf die Futtersuch-
Strategien von Geflügel

Domestication effects on foraging strategies in fowl
Andersson, M., Nordin, E. & Jensen, P.: Appl. Anim. Behav. Sci. 72, 51-62 (2001)
Futterknappheit ist ein natürlicher Selektionsfaktor: Jene Wildtiere, welche Zeit- und Energieaufwand für
die Futtersuche minimieren, sind im Vorteil. Es gibt Vermutungen, wonach im Verlaufe der
Domestikation die Fähigkeit, auf ändernde Umweltbedingungen angepasst zu reagieren, verloren ging.
Dies sollte durch die vorliegende Studie genauer abgeklärt werden.
Es wurden zwei Hühnerrassen mit unterschiedlichem Domestikationsgrad verglichen: 1) 16 Wildtypen
(Rotes Dschungelhuhn, Gallus gallus x Schwedisches Bantam, Gallus gallus domesticus) und 2) 14
Haushühner (Schwedisches Bantam: domestiziert, aber nicht auf Leistung oder Ästhetik selektiert). Nach
artgemässer Aufzucht mit Mutterhennen wurden die Tiere in strukturierten Buchten untergebracht (vier
gemischte Gruppen). Ab der 32. Lebenswoche wurde jedes Tier in einer Versuchsbucht mit zwei
Futterquellen (Gerste in Holzspänen) getestet: zweimal mit kurzer Distanz dazwischen (1.90 m) und
zweimal mit langer Distanz (3.90 m). Pro Versuch (15 Min.) wurden die Anzahl und die Dauer der
Futterquellenbesuche sowie die aufgenommene Futtermenge erhoben.
Sowohl die Wildtypen als auch die Haushühner verhielten sich gemäss der "optimal foraging"-Theorie:
Sie verliessen die Futterquellen, bevor sie leer waren, und blieben bei geringerem Futterinhalt kürzer
dort. Die Wildtypen reagierten aber deutlicher auf die grössere Entfernung zwischen den Futterquellen,
indem sie viel länger am einzelnen Futterplatz verweilten als bei kurzer Distanz. Insgesamt zeigten sie
ein aufwendigeres Futtersuchverhalten als die Haushühner, indem sie öfter zwischen den Futterquellen
wechselten.
Wie die Studie zeigt, sind Haushühner noch in der Lage, angepasst auf Änderungen im Futterangebot zu
reagieren. Die effizientere Futtersuchstrategie (gleiche Futteraufnahme bei geringerer Laufdistanz) dürfte
eine Folge der Domestikation sein, indem Hühner mit weniger energieaufwendigem Suchverhalten in der
geschützten Haltungsumwelt eine höhere Fitness (mehr Nachkommen) erzielten. Diese Unterschiede zu
den Wildtypen konnten sich vermutlich aufgrund des verminderten natürlichen Selektionsdrucks
(weniger Futter-Konkurrenz, Raubfeinde) entwickeln.
Divergierende Selektion auf Federpickverhalten bei
Legehennen (Gallus gallus domesticus)

Divergent selection on feather pecking behaviour in laying hens (Gallus gallus domesticus)
Kjaer, J.B., Sørensen, P. & Su, G.: Appl. Anim. Behav. Sci. 71, 229-239 (2001)
Diverse Studien belegen, dass Unterschiede zwischen den verschiedenen Legehybriden im Ausmass des
Federpickens und der Folgeschäden am Gefieder bestehen. Schätzungen über die Erblichkeit der
Verhaltensstörung variieren je nach den verwendeten Parametern. Die vorliegende Studie geht von der
Hypothese aus, dass Federpicken genetisch veranlagt ist und präsentiert die Resultate eines mehrjährigen
Selektionstests.
Ausgehend von einer "White Leghorn"-Legelinie wurden über drei Generationen je zweimal Küken
ausgebrütet, auf Holzschnitzeln aufgezogen und in der 18. Woche in Käfigen untergebracht (Hennen zu
viert, Hähne einzeln). Das Pickverhalten jeder Hennengruppe wurde in einer Versuchsbucht (8 m2) mit
Video registriert (Ausgangstiere in der 68. Lebenswoche, Generationen 1-3 ca. 30. Woche). Aufgrund
des Selektionskriteriums "Anzahl Federpickereignisse" pro Tier und Zeit (bouts) wurde eine Linie mit
hoher Pickrate (HP) und eine mit geringer Pickrate (GP) gezüchtet. Für die Nachzucht wurden jeweils 30
Hennen (aus ca. 200) und acht Hähne (aus ca. 60) ausgewählt.
Die HP-Hennen zeigten signifikant mehr Federpicken als die GP-Tiere, wobei die Unterschiede von
Generation zu Generation deutlicher wurden. Zuletzt traten in der 3-stündigen Beobachtungszeit 4.56
bouts bei HP-Hennen und 0.63 bouts bei GP-Hennen auf. Insgesamt betrug der Anteil der federpickenden
Hennen in der 3. Generation 75 % (HP) vs. 49 % (GP). Zudem war der Gefiederzustand der GP-Tiere
frappant besser.
Dies ist die erste Studie, die eindeutig zeigt, dass über drei Generationen erfolgreich pro oder contra
Federpicken selektiert werden kann. Das aggressive Picken (natürliches Verhalten) wurde durch diese
Selektion nicht beeinflusst. Die Resultate führen zur Schlussfolgerung, dass sich Federpicken durch
gezielte Selektion reduzieren liesse.
Oberflächliche Anwendung von Knoblauch senkt den
Milbenbefall von Legehennen

Topical application of garlic reduces northern fowl mite infestation in laying hens
Birrenkott, B.P., Brockenfelt, G.E., Greer, J.A. & Owen, M.D.: Poultry Science 79, 1575-1577 (2000)
Die rote Vogelmilbe stellt ein grosses Problem in der Legehennenhaltung dar. Mit dem Blutsauger
befallene Tiere leiden an Unruhe und Anämie, die in schlimmen Fällen mit dem Tod enden kann. Zudem
sind Einbussen in der Legeleistung von 10-15 % möglich. Der Mensch dient zwar nicht als Wirt, doch
die Milbenstiche rufen bei uns oft Hautreizungen und Allergien hervor. Die üblicherweise eingesetzten
Insektizide sind sehr giftig und daher heikel im Umgang. Resistenzbildung der Milben und Rückstände in
den Eiern lassen nach umweltfreundlicheren Alternativen suchen.
30 Legehennen mit Milbenbefall (17 New Hampshire Red und 13 Single Comb White Leghorn) wurden
für den Versuch in Einzelkäfigen untergebracht. Zuvor waren alle Tiere je nach der Befallsintensität
zwischen 0.5 und 4 klassiert worden. Die Hälfte der Legehennen wurde in wöchentlichen Abständen
dreimal mit einer Lösung aus 10 % Knoblauchsaft in Wasser an Rumpf und Kloake eingespritzt. Die
restlichen 15 Tiere wurden nur mit Wasser behandelt (Kontrolle). In der vierten und achten Woche des
Versuchs wurden die Hennen erneut taxiert.
Die zwei Herkünfte unterschieden sich nicht im Milbenbefall. Doch die mit Knoblauchlösung
behandelten Tiere wiesen nach vier und acht Wochen deutlich weniger Milben auf als die Kontrolltiere.
Der Befall lag bei den "Knoblauch-behandelten" Hennen ab der vierten Woche um 1.8 Punkte tiefer alsam Anfang. Dagegen betrug die Reduktion bei den Kontrolltieren nur 0.2 Punkte.
Die Studie bestätigt, dass Knoblauch ein wirksames Insektizid ist. Offensichtlich verhindert dasnatürliche Heilmittel auch eine erneute Verseuchung mit Milben über mindestens fünf Wochen nach derletzten Anwendung. Knoblauch stellt somit eine effiziente Bekämpfungsmethode dar, welche dieGesundheit von Mensch und Tier nicht gefährdet. Vor dem Einsatz in grösseren Legehennenbeständensind aber weitere Abklärungen hinsichtlich der Praxistauglichkeit nötig.
Frühes Fortbewegungsverhalten von Küken mit
unterschiedlicher genetischer Herkunft und Wachstumsrate

Early locomotor behaviour in genetic stocks of chickens with different growth rates
Bizeray, D., Leterrier, C., Constantin, P., Picard, M. & Faure, J.M.: Appl. Anim. Behav. Sci. 68, 231-242
(2000)
Beinschwächen und Skelettanomalien bei schnellwachsenden Broilernherkünften sind ein bekanntes
Problem. Vermehrte Belastung der Bewegungsapparates kann zur Schadensprophylaxe und -begrenzung
beitragen. Dies zeigen Studien, in denen das Fortbewegungsverhalten durch Bereicherung der
Haltungsumwelt gesteigert wurde. Mit dieser Studie sollte geklärt werden, inwieweit die lokomotorische
Aktivität auch genetisch bedingt ist.
Aus zwei Vergleichsgruppen mit je 30 schnellwachsenden Broilern des Typs B (ISA, IJV915) und
langsam wachsenden Masttieren des Typs L ("Label rouge": Sasso T551) wurden je 5 Fokustiere vom 1.-
22. Lebenstag regelmässig beobachtet und die einzelnen Verhaltensweisen erhoben. Das Zeitbudget
wurde aufgrund von Scans ermittelt. Die Besatzdichte betrug nur 2.5 Tiere/m², um die Fortbewegung in
der eingestreuten Bucht zu fördern.
In beiden Rassen hing 75 % der aktiven Zeit mit der Futteraufnahme zusammen. Während des Stehens
zeigten die B-Hühner an den Tagen 2-3 nur halb so oft eine aktive Beschäftigung wie die L-Tiere. Diese
waren bis zur dritten Lebenswoche stets aktiver, zeigten mehr Fortbewegung und mehr Exploration
(Gewicht berücksichtigt). Keines der L-Hühner wurde lahm, hingegen entwickelten vier B-Tiere
zwischen dem 17. und 22. Tag Lahmheit und/oder Tarsusschäden (abnorme Fussknochenstellung).
Die Resultate zeigen, dass die genetische Herkunft in den ersten Lebenstagen die Aktivität während des
Stehens, nicht aber die Gesamtaktivität beeinflusst. Die Unterschiede im Fortbewegungsverhalten deuten
darauf hin, dass die Lokomotion nicht rein umweltbedingt ist, sondern dass auch eine genetische
Komponente zugrunde liegt.
Mastgeflügelfleisch – Hähnchen und Puten (Eine
Untersuchung der Verbraucherzentralen)

König, H. & Fink-Kessler, A.: Verbraucherzentrale Hessen, Frankfurt & Büro für Agrar- und
Regionalentwicklung, Kassel (2001). Preis: 10.- DM; Bezug: Verbraucherzentrale Hessen, Grosse
Friedberger Str. 13-17, D-60313 Frankfurt; Fax: 0049-69/972010-40
Skandale und Krankheiten rund um die intensive Rind- und Schweinefleischproduktion haben seit Ende
der 80er Jahre einen steten Anstieg im Geflügelverzehr bewirkt. Rund 43 Mio Masthähnchen und 7 Mio
Mastputen werden allein für den deutschen Konsum in Intensivhaltungen produziert. Diese Marktstudie
schildert die aktuelle Situation in Deutschland und zeigt die Probleme auf.
Das Fleisch der Hähnchen und Puten gilt als fettarm und besonders gesund. Doch die Qualität dieserAlternativprodukte lässt arg zu wünschen übrig: Der Anteil des Geflügelfleisches aus artgerechterHaltung und umweltfreundlicher Produktion ist verschwindend klein. Es ist nur regional auf kleinenMärkten oder direkt ab Bauernhof erhältlich. Die Grossverteiler haben die Marktlücke bis anhinverschlafen und bieten meist nur das bekannte französische "Label rouge" an.
Die sog. "Prozessqualität" umfasst die Faktoren Zucht, Fütterung und Haltung in Kombination mitTransport, Schlachtung und Verarbeitung, die alle gemeinsam auf die Fleischqualität einwirken. DieZucht auf schnelles Wachstum und stressauslösende Haltungs- und Transportbedingungen haben dieQualität stetig gemindert. Ähnlich wie beim Schweinefleisch treten beim Hähnchen- und auch beimPutenfleisch heutzutage oft PSE-Symptome auf (pale, soft, exudated: blass, weich und wässrig).
Der einzige Ausweg sind umfassende Änderungen im ganzen Produktionssystem: 1) Langsamerwachsende Masttiere; 2) extensivere Auslauf- oder Freilandhaltungen; 3) Know-How über korrektesStall- und Weidemanagement ohne Antibotikaeinsatz; 4) klare, internationale Vorschriften undDeklarationen. Die EU-Vermarktungsnorm schützt zwar Begriffe wie Freiland-, Auslauf- oderBodenhaltung, doch sie finden noch selten Anwendung. Aus Konsumentensicht sind Fleischetiketten mitHerkunftsbezeichnung (Mäster-Adresse) und Produktionsverfahren wünschenswert.
Auswirkungen einer Trennung zwischen Zibbe und Wurf
auf Endokrinologie und Produktivität bei säugenden
Kaninchen

Effects of doe-litter separation on endocrinological and productivity variables in lactating rabbits
Ubilla, E., Rebollar, P.G., Pazo, D., Esquifino, A. & Alvariño, J.M.R.: Livestock Production Science 67,
67-74 (2000)
Seit längerem besteht die Vermutung, dass die Empfänglichkeit von Zibben reduziert ist, solange sie
laktieren. Mit der vorliegenden Studie sollte abgeklärt werden, ob eine vorübergehende Trennung
zwischen Zibbe und Wurf hormonelle Änderungen im Muttertier bewirkt, welche ihre Empfänglichkeit
erhöhen, und ob dies die Jungenaufzucht negativ beeinträchtigt.
Im Versuch wurden 24 laktierende Zibben am Tag 11 der Laktation künstlich besamt. Die Hälfte der
Muttertiere wurde am Tag 9 vom Wurf separiert (S), während die Kontrollmütter (K) stets Zugang zu
ihren Jungen hatten. In den zwei Tagen vor der Besamung wurden regelmässig Blutproben genommen.
Die Empfänglichkeit der Zibben wurde aufgrund äusserer Anzeichen (Vulva) bestimmt. Vom
gegenwärtigen und nachfolgenden Wurf wurden diverse Produktionsparameter erhoben.
Die S-Zibben zeigten 24 Std. nach der Trennung vom Wurf sehr tiefe Prolaktinwerte. Vor der Besamung
waren die Östradiolwerte gegenüber den Anfangswerten und im Vergleich zu den Kontrolltieren
signifikant erhöht. Entsprechend äusserten alle S-Zibben hohe sexuelle Empfänglichkeit, während bei
zwei K-Tieren keinerlei Anzeichen sichtbar waren. Die Trennung von der Mutter bewirkte eine
vorübergehende Gewichtsabnahme der Jungtiere, die aber bis am 21. Lebenstag voll kompensiert wurde.
In keiner Versuchsgruppe traten Abgänge infolge der Separation auf.
Die Ergebnisse bestätigen die Vermutung, dass die vorübergehende Separation der Zibben die
Empfänglichkeit erhöht und dadurch die Fruchtbarkeit steigert. Es ist anzunehmen, dass der Ausfall des
Säugens die hormonellen Veränderungen induziert. In den nachfolgenden Würfen der S-Mütter wurden
zwar weder mehr Jungtiere noch bessere Leistungen verzeichnet. Doch allein die Tatsache, dass mehr
Zibben trächtig werden, bedeutet eine Erhöhung der Produktivität.

Source: http://www.ign-nutztierhaltung.ch/sites/default/files/infoblatt2001/nutz_201.pdf

Titolo dell'opera (stile "titolo 1")

Canti del salto e della tanca CANTI DEL SALTO E DELLA TANCA LiaIl focolareIl presente MUTTOSPrimaveraCuori lontaniCuori lontaniSaluto dal CampidanoIl mietitoreIl violentoLa luna neraSposaLa portatrice d'acquaLa surbileIl banditoIl nomadeLa madreSan FrancescoGonareNovembreAprileIl falcoL'aquilaAuguraleIl cacciatoreNuoro d'invernoA VindicinoAll'amataStella L'AUTOMOBILE PASSAIl villaggioLo stazzoLa tancaLa bardanaIl poeta

05wang 77.85

The Journal of Mental Health Policy and EconomicsJ Ment Health Policy Econ 7, 77-85 (2004) Should Clozapine Continue to be Restricted to Third-Line Status for Schizophrenia?: A Decision-Analytic Model Philip S. Wang,1* David A. Ganz,2 Joshua S. Benner,3 Robert J. Glynn,4 Jerry Avorn5 1MD, DrPH, Division of Pharmacoepidemiology and Pharmacoeconomics, Department of Medicine,